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Nordkurier Ratgeber - Gesunde Ernährung
Apfelschorlen oft zu süß: Am besten, man mixt selbst

Fertige Apfelschorlen enthalten viel Zucker. Foto: © st ockphoto-graf - Fotolia.com
Fertige Apfelschorlen enthalten viel Zucker. Foto: © st ockphoto-graf - Fotolia.com
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Apfelsaft hat etwa genauso viel Zucker wie Cola. Viele trinken deshalb grundsätzlich nur Apfelschorle. Im Test konnten Fertigmischungen allerdings nicht überzeugen. Am gesündesten: selbst gemachte Schorle.

Von Claudia Wittke-Gaida 

Berlin/München.  Apfelsaftschorlen gelten als gesunde Durstlöscher. Rund jede dritte fällt im Test aber durch. Fast alle Fertigschorlen geben Anlass zur Kritik, lautet das Fazit der Stiftung Warentest. Sie hat 24 Schorlen untersucht, davon erhielten sieben die Note „mangelhaft“.

Bei vielen Anbietern hapert es demnach an der Saftqualität: Mal hat er zu wenig Aroma, mal stammt der Most aus verdorbenen oder unreifen Äpfeln. Oder die Tester stört eine unsaubere Verarbeitung. Auch wenn an der teuren Zutat „natürliches Aroma“ gespart wird, führt das zu Punktabzug.

Von den untersuchten Schorlen schafft nur eine ein gutes Gesamturteil: Wiesgart von Aldi Nord. Mit 39 Cent pro Liter zählte das Getränk mit Apfelsaft aus Konzentrat zu den günstigsten im Test. Im Geschmack erzielte die naturtrübe Bioschorle Proviant aus Direktsaft für drei Euro pro Liter die Bestnote. Die Tester bemängelten allerdings ein unübersichtliches Etikett, so kam der Geschmackssieger am Ende nur auf ein „befriedigend“.

Die Tester empfehlen, Fertigschorlen eher selten zu trinken, und verweisen dabei auf die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Besser sei es, sie selbst zu mischen, vor allem um Zucker zu sparen. Denn in einem halben Liter Fertigschorle stecken immerhin noch bis zu neun Zuckerwürfel.

Mischen von Saft und Wasser spart Kalorien

Ernährungswissenschaftlerin Monika Bischoff vom Zentrum für Ernährungsmedizin und Prävention in München rät, einen guten Apfelsaft, der auf 100 ml nicht mehr als 45 Kalorien hat, mit Wasser im Verhältnis 1:3 zu mischen. „Damit hat man eine gute isotonische Flüssigkeit. Deren Teilchen haben die gleiche Zusammensetzung wie Blutplasma und werden so vom Körper schnell aufgenommen“, erklärt Bischoff den Vorteil von Apfelsaftschorle.

Die Wissenschaftlerin hat noch einen Tipp als alternativen Durstlöscher, gerade bei sportlichen Aktivitäten: „Alkoholfreies Weißbier ist ebenfalls isotonisch, hat noch weniger Kalorien als Äpfel und dafür mehr B-Vitamine.“

Wer zum Essen keinen Alkohol mag, für den sieht die Getränke-Auswahl häufig mau aus. Mit ein bisschen Kreativität lassen sich aber aus Fruchtsäften, Tees und Gewürzen leckere Essensbegleiter zubereiten.

Ob beim Geschäftsessen oder an heißen Sommertagen, als Autofahrer oder Schwangere, aus religiösen oder gesundheitlichen Gründen: Für wen Alkohol nicht in Frage kommt, der entscheidet sich gewöhnlich für Wasser, Cola oder Limo. Das klingt nicht unbedingt nach einer Menübegleitung, die Geschmacksknospen explodieren lässt. Es gibt aber durchaus eine Alternative.

Obwohl die Deutschen in Europa mit über 30 Litern pro Kopf und Jahr Spitzenreiter beim Fruchtsaftkonsum sind, beschränkt sich der Genuss hauptsächlich auf Orangensaft zum Frühstück oder die Apfelschorle als Durstlöscher, bedauert Klaus Heitlinger vom Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie. „Dabei sind Fruchtsäfte durch ihre Sorten- und Geschmacksvielfalt so facettenreich wie kaum ein anderes Lebensmittel“, sagt er.

Auch mal Tee und Co. zur Schorle werden lassen

Dem stimmt Sommelier Sebastian Bordthäuser zu. Alkoholfreie Getränkebegleitungen würden immer populärer. Fruchtsäfte böten dabei unzählige Möglichkeiten, sagt er: „Vor ein paar Jahren haben wir angefangen, uns im Sommelier-Kreis intensiver mit alkoholfreien Essensbegleitern auseinanderzusetzen.“

Der Kölner hat Tipps, wie man experimentieren kann: „Statt den Fruchtsaft mit Mineralwasser zu verdünnen, kann man Tee ausprobieren. Der bringt Gerbstoffe mit und fängt die Süße auf.“ Tonic oder Ginger Beer seien spannende Alternativen. „Die bringen durch ihre Säure und Bitterstoffe neue geschmackliche Dimensionen ins Getränk.“
     


Der Salat ist wirklich so gut wie sein Ruf

Wer für Abwechslung in der Salatschüssel sorgt, tut schon jede Menge für eine ausgewogene Ernährung.
            

Das ideale Abendessen: Salat enthält viele gesunde Nährstoffe, aber vergleichsweise wenig Kalorien. Foto: Christin Klose
Das ideale Abendessen: Salat enthält viele gesunde Nährstoffe, aber vergleichsweise wenig Kalorien. Foto: Christin Klose

Von Tobias Hanraths

Bonn. Viele gesunde Nährstoffe bei eher wenig Kalorien: Salat ist tatsächlich so gut wie sein Ruf. Vor allem abends ist ein großer, gemischter Salat daher eine ideale Mahlzeit, erklärt das Bundeszentrum für Ernährung. Kalorienarm sind die Blätter vor allem deshalb, weil sie hauptsächlich Wasser enthalten. Gleichzeitig haben sie allein durch ihr Volumen einen gewissen Sättigungseffekt, ideal für alle, die auf ihr Gewicht achten wollen oder müssen.

Als Faustregel gilt: Je bunter, desto besser. Denn verschiedene Salat- und Gemüsesorten enthalten unterschiedliche und viele Nährstoffe. Darunter sind zum Beispiel sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe, die Herz- und Kreislauferkrankungen vorbeugen können. Hinzu kommen je nach Sorte diverse Arten von Vitamin B, Folsäure und Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium.

Als besonders nährstoffreich und deshalb gut zum Verzehr während der Wintermonate geeignet, gelten Salate der Zichorien-Gruppe. Dazu gehören zum Beispiel Chicorée, Radicchio oder Endivie. Allerdings sind sie auch etwas bitter und schmecken deshalb nicht jedem. Verringern lässt sich die unangenehme Note, indem man bei der Zubereitung den Strunk und dicke Blattrippen entfernt. Und auch das richtige Dressing kann Abhilfe schaffen. Besonders geeignet sind kräftige Essig- und Ölsorten sowie leichte, leckere Joghurt-Dressings.
         


Gesunder Apfel: Warum der Darm seine Bakterien so liebt

In einem Apfel tummeln sich Millionen von Bakterien. Doch die winzigen Lebewesen stellen keine Gefahr für den Menschen dar. Im Gegenteil.
               

Äpfel, aber auch andere Obstsorten und Gemüse sind für eine gesunde Darmflora essenziell wichtig. Foto: Inga Kjer
Äpfel, aber auch andere Obstsorten und Gemüse sind für eine gesunde Darmflora essenziell wichtig. Foto: Inga Kjer

Von Monia Mersni

Graz. Ein typischer Apfel enthält mehr als 100 Millionen Bakterien. Das haben Forscher der Technischen Universität Graz herausgefunden. Die Ergebnisse wurden in einem Fachjournal veröffentlicht.

Bakterien fanden sich vor allem in den Samen und dem Fruchtfleisch. „Die Bakterien, Pilze und Viren in unserer Nahrung besiedeln vorübergehend unseren Darm“, erklärt Biologin Gabriele Berg, die die Studie mitbetreut hat. Die Mikroorganismen seien also wichtig für eine gesunde Darmflora. „Das Kochen tötet die meisten davon ab, deshalb sind rohes Obst und Gemüse eine besonders wichtige Quelle für Mikroorganismen im Darm“, so Berg.

Verglichen wurden in der Studie auch zwei verschiedene Äpfel miteinander: Bio-Äpfel und konventionelle Supermarkt-Äpfel. Beide weisen eine ähnliche Anzahl an Bakterien auf. Frisch geerntete, biologisch bewirtschaftete Äpfel beherbergten im Vergleich zu konventionellen aber deutlich vielfältigere Bakteriengemeinschaften, erklärt die Wissenschaftlerin. Damit sei der Bio-Apfel besser – zumindest für den Darm.