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Beruf & Karriere
Aussicht auf ein richtig gutes Leben

Wenn es darum geht, Fenster, Türen oder Wintergärten zu bauen, bekommen Erik Döbler (links) und Nico Knop in ihrem Job den Durchblick. Foto: Marina Spreemann
Wenn es darum geht, Fenster, Türen oder Wintergärten zu bauen, bekommen Erik Döbler (links) und Nico Knop in ihrem Job den Durchblick. Foto: Marina Spreemann
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Erik Döbler und Nico Knop sind Azubi-Kollegen – ein Job, eine Firma. Trotzdem sind die Hürden, die sie im Alltag zu meistern haben, sehr unterschiedlich. Wie auch ihre bisherigen Lebenswege.

Von Marina Spreemann

Neubrandenburg. Was würden sie an ihrem Leben ändern, wenn eine gute Fee das möglich machen würde? Schulterzucken, Nachdenken. „Gar nichts“, sagt der 18-jährige Nico Knop. „Ich bin voll zufrieden.“ Auch Erik Döbler, 20, hat sich darüber noch nie Gedanken gemacht. „Als Schüler wollte ich immer in die Großstadt“, erzählt er. „Aber inzwischen finde ich, dass es hier nicht so stressig ist. Ich bereue nichts.“

Die beiden sind Kollegen. Sie werden bei Meban in Neubrandenburg ausgebildet zum Metallbauer, Fachrichtung Konstruktionstechnik, beziehungsweise zum Konstruktionsmechaniker. In der Firma werden Fenster, Türen, Wintergärten, Terrassenüberdachungen oder Sonnenschutz-Vorrichtungen gebaut und montiert.

Der Weg zu diesem Job und zu Meban war bei den beiden sehr unterschiedlich. Erik Döbler hat in seinem Heimatort Friedland die 10. Klasse gemacht. „Meine Zensuren waren nicht so doll. Durchschnitt 3,5. Das hat mir nicht gereicht“, erinnert er sich. Deshalb hat er die Abschlussklasse noch mal wiederholt und – siehe da – den Durchschnitt 2,0 geschafft.

„Was ich damit anfangen wollte, wusste ich aber immer noch nicht. Ich habe lange gesucht.“ Unter anderem mit der Hilfe der Berufsberaterin von der Arbeitsagentur. Was Handwerkliches sollte es sein. Das stand ziemlich schnell fest. Vielleicht was mit Autos? „Die haben mich immer fasziniert, bis heute“, erzählt er. Ein Praktikum im Autohaus zeigte ihm aber: Das ist es nicht.

Freitag zum Gespräch, Montag in der Werkstatt

„Also bin ich weiter die Vorschläge durchgegangen, die auf meiner Liste standen.“ Meban in Neubrandenburg war dabei. Ein Blick ins Internet befeuerte sein Interesse. „Ich habe mich beworben, bin für einen Freitag zum Gespräch eingeladen worden und habe am Montag angefangen“, erinnert er sich und grinst. „Na ja, ich war ein bisschen spät dran, hatte ja lange gesucht. Aber es hat sich gelohnt.“

Zuerst lerne man sehr viel über Werkstoffe wie Kunststoff und Aluminium, übe viele Handgriffe. Dann geht es auf Montage und auf die Baustellen. „Das hat mir gefallen, und ich konnte danach vieles in der Produktion besser nachvollziehen. Die Aufgaben wurden auch immer anspruchsvoller. Je mehr man kann und gebraucht wird, umso mehr Spaß macht es“, erzählt Erik Döbler, der jetzt im dritten Lehrjahr ist.

Training und Job müssen zusammenpassen

Die Wege seines Azubi-Kollegen Nico Knop verliefen völlig anders. Der Neubrandenburger kannte seinen heutigen Chef bei Meban, Stefan Schewe, aus dem Neubrandenburger Sportclub (SCN). Nach der 10. Klasse suchte der Kanu-Sportler einen Ausbildungsplatz. Wichtig für ihn: Training und Job mussten zusammengehen. Wer als Sportler Leistung bringen will, muss viel trainieren. Schewe bot ihm ein Praktikum an. „Die Arbeit hat Spaß gemacht. Handwerkliches liegt mir mehr als Büroarbeit, und die Kollegen waren wohl auch ganz zufrieden.“

Er absolviert jetzt das zweite Lehrjahr, und mit dem Sport passt es gut zusammen. Sein Chef unterstützt ihn. Weil er jeden Tag und auch an den Wochenenden trainiert, bleibt ihm wenig Freizeit. Aber Nico Knop weiß, in der Leistungsklasse geht es nicht anders. Nur so kann er weiter vorn mitfahren.

„Der Sport gehört seit acht Jahren zu meinem Leben. Aufhören könnte ich damit nicht. Es macht auch richtig viel Spaß. Einen Alltag ohne Sport kann ich mir gar nicht vorstellen.“ Sein Leben passe sich dem Sport und der Arbeit an. Da muss es für ihn schon immer planvoll durch die Woche gehen.

Natürlich ist es ein Vorteil, dass der 18-Jährige noch bei seinen Eltern wohnt. Aber das heiße nicht, dass er nur die Beine unter den Tisch steckt. „Ich versuche schon, meine Eltern zu unterstützen, kaufe auch mal ein oder mache Abendbrot“, erzählt er.

Sein Azubi-Kollege Erik Döbler ist bei seinen Eltern zu Hause in Friedland ausgezogen und hat seit etwa einem viertel Jahr eine eigene Ein-Zimmer-Wohnung in Neubrandenburg. „Viele Freunde und Bekannte leben hier. Zur Arbeit habe ich es näher. Und mehr los ist hier auch“, meint er.

Neue Erfahrung: Allein einkaufen und putzen

Aber das heißt natürlich auch: allein einkaufen, sauber machen, die Kosten im Blick behalten. „Eine Wohnung zu bekommen, hatte ich mir schwieriger vorgestellt. Das ging recht einfach. Aber dann muss man ja alles anmelden und versichern und so. Da braucht man schon einen Plan.“

Genau wie fürs Geld. „Das Lehrgeld ist natürlich schon beschränkt. Man muss gut rechnen, damit man die Wohnung, das Auto, Internet, Rundfunkgebühren, Strom und alles bezahlen kann – und auch noch was zum Leben hat“, berichtet er. Mit dem Putzen habe er gar kein Problem. „Ich mache immer regelmäßig sauber.“ Wenn die Eltern also unangemeldet zu Besuch kommen, bricht bei ihm jedenfalls keine Panik aus.

Eine größere Wohnung steht natürlich auf Eriks Wunschzettel für die Zukunft. Vielleicht irgendwann auch mal ein Eigenheim. Eine eigene Familie. „Und ich will Karriere machen, im Beruf weiterkommen. Erfolg ist mir wichtig. Solange man noch jung ist, muss man es erst mal im Job weit bringen. Zeit für anderes hat man dann später noch“, findet er.

Wenn Nico Knop in die Zukunft blickt, dreht sich vieles um den Sport. „Ich will an der deutschen Kanu-Spitze mitfahren, vielleicht mal bei Olympia dabei sein. Das wäre fantastisch.“ Ansonsten wünscht er sich eine Familie, die gut läuft, und ein Leben, in dem man sich auch mal was leisten kann – Urlaub, Auto, Geschenke für die Familie, ohne jeden Pfennig zehn Mal umdrehen zu müssen. Über seine berufliche Karriere hat er sich noch gar nicht so viele Gedanken gemacht. „Ich will erst mal unbedingt die Ausbildung abschließen. Dann sehe ich weiter.“

Kontakt zur Autorin
m.spreemann@nordkurier.de

Der Beruf Konstruktionsmechaniker

Konstruktionsmechaniker stellen Stahl- und Metallbaukonstruktionen her. Dazu fertigen sie mithilfe manueller und maschineller Verfahren einzelne Bauteile, zum Beispiel aus Blechen, Profilen oder Rohren, und montieren diese. Konstruktionsmechaniker ist ein dreieinhalbjähriger anerkannter Ausbildungsberuf in Industrie und Handwerk. Die Betriebe stellen überwiegend Schulabgänger mit mittlerem Bildungsabschluss ein Der Einsatz dieser Fachkräfte ist in Unternehmen des Stahl- und Metallbaus, in Maschinenbau-Betrieben oder in Firmen im Schiff-, Fahrzeug- oder Schienenfahrzeugbau möglich.