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Erstklassig
Das Lilienthal-Museum und der Internet-Riese

Die Flieger können schon länger virtuell besucht werden. Das Lilienthal-Museum will weiter Vorreiter sein – jetzt in der digitalen Welt. © Stefan Sauer
Die Flieger können schon länger virtuell besucht werden. Das Lilienthal-Museum will weiter Vorreiter sein – jetzt in der digitalen Welt. © Stefan Sauer

Otto Lilienthal – das ist der Name jenes Mannes, dem die Menschheit den Beginn des Flugwesens zu verdanken hat. Und der daher in der gesamten Welt einen relativ hohen Bekanntheitsgrad hat. 1891 gelangen dem deutschen Maschinenbauingenieur die ersten sicheren wiederholbaren Gleitflüge der Geschichte. Seine Methode „vom Sprung zum Flug“ wurde von Flugpionieren in aller Welt übernommen.

Der gebürtige Anklamer verhalf damit auch seiner vorpommerschen Heimatstadt Anklam zu einem Bekanntheitsgrad, der sich bis heute erhalten hat. Die Stadt Anklam wiederum hat Otto Lilienthal 1991, anlässlich des 100. Geburtstages des Flugzeugs, ein eigenständiges Museum gewidmet.


Anklams Museumsleiter, Dr. Bernd Lukasch © NK/Archiv
Anklams Museumsleiter, Dr. Bernd Lukasch © NK/Archiv

Das Museum hat seitdem immer wieder auf sich aufmerksam gemacht. 1999 erhielt es als erstes ostdeutsches Museum den Titel „European Museum of the Year Award – Special Commandation“. Und auch in der Liste der Museen von gesamtstaatlicher Bedeutung des „Blaubuches“ der Bundesregierung ist es aufgenommen. Replika aus der Museumswerkstatt hängen in verschiedenen Museen sowie im Headquarter der Internationalen UN-Zivilluftfahrtorganisation ICAO in Montreal.

Und nun hat das Otto-Lilienthal-Museum erneut seine Erstklassigkeit unter Beweis gestellt: Denn das Museum, geleitet von Bernd Lukasch, arbeitete mit dem Internetgiganten Google zusammen und hat eine digitale Ausstellung erstellt.

Die internationale Raumfahrtorganisation NASA, die Europäische Organisation für Kernforschung CERN und das Otto-Lilienthal-Museum in Anklam – Google bringt diese drei in Zusammenhang. Unter dem Motto „Once Upon aTry“ veröffentlicht das Unternehmen im Internet öffentlich zugänglich eine weltumspannende Online-Sammlung zu den wichtigsten Entdeckungen und Erfindungen der Menschheit. Und darunter befindet sich auch – Otto Lilienthal.

Anklams Museumsleiter Bernd Lukasch ist dementsprechend hoch erfreut, dass „sein“ Museum nun ebenfalls unter einer Sammlung mit 110 renommierten Einrichtungen der Technikgeschichte aus 23 Ländern der Erde zu finden ist.

Aus Deutschland sind dort lediglich 15 Einrichtungen vertreten – und aus Mecklenburg-Vorpommern sind die Anklamer die Einzigen in der Sammlung. Für Bernd Lukasch ist die Veröffentlichung in diesem Rahmen ein großer Schritt für die digitale Entwicklung des Museums. Das Lilienthal-Museum gilt im Landesvergleich als einer der Vorreiter bezogen auf die Internetpräsenz, so sieht es der Museumsleiter. „Wer nach Otto Lilienthal sucht, landet schon jetzt schlussendlich bei uns“, sagt er. Die Vorarbeiten zu dem jetzt veröffentlichten Projekt hätten bereits vor zwei Jahren begonnen, ergänzt er.

Laut Google enthält die Ausstellung über 200 000 digitalisierte, historische Aufzeichnungen, Artefakte und Videos. Auch virtuelle Rundgänge und die Verknüpfung von realer und digitaler Welt sind erlebbar.