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Beruf & Karriere
Eselsohren und Kaffeeflecken sind absolut tabu

Foto: © contrastwerkstatt - Fotolia.com
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Die Bewerbungsmappe ist meistens das Erste, was Unternehmen von ihren potenziellen Azubis sehen. Wer sich mit den Unterlagen zu wenig Mühe gibt, vermasselt sich unnötig seine Chancen.

Von Nele Berk    

Berlin. Ob im Buchhandel, im Internet, im Fernsehen oder Radio: Die Tipps für die richtige Bewerbung lassen sich kaum überblicken und schon gar nicht alle beherzigen. Ein roter Faden allerdings zieht sich durch alle Ratgeber und Ratschläge von Experten: Die äußere Form der schriftlichen Bewerbung sollte tadellos sein. Vor allem sollte es keine Rechtschreibfehler geben.

Fatal sind Kaffeeflecken, Eselsohren oder ein schlechtes Foto. Schulabgänger sollten immer daran denken, dass die schriftliche Bewerbung so etwas wie eine Verpackung ist: die Verpackung für sich selbst, das Produkt, das man verkaufen möchte, vergleichen Experten manchmal bildhaft.

Grundsätzlich sollten die Bewerbungsunterlagen aus Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnis bestehen. Das letzte Schulzeugnis reicht. Das Anschreiben sollte rund 20 Zeilen lang sein, auf keinen Fall mehr als eine Seite. Als Schriftgröße werden 11 oder 12 Punkt empfohlen. Für den Lebenslauf reicht ebenfalls eine Seite aus.

Der falsche Ansatz sei, ein langatmiges Prosawerk zu texten. Tabellarisch reicht vollkommen. Wichtig ist die Unterschrift mit Datum – das vergessen viele Bewerber nach Beobachtung von Experten immer wieder. Einen schlechten Eindruck machen schlampige Unterlagen: Wichtig ist schon einmal, dass im Anschreiben keine Grammatik- und Rechtschreibfehler sind.

Erklären, was an Beruf und Betrieb interessant ist

Aber nicht nur die Form muss stimmen – schließlich zählen auch die Inhalte: Nicht einfach einen unpersönlichen Standardtext verwenden. Bevor das Anschreiben formuliert wird, ist es außerdem ratsam, sich schon einmal mit dem Arbeitgeber zu beschäftigen. Es ist wenig überzeugend, wenn jemand schreibt: „Ich will Mechatroniker werden, weil ich das interessant finde.“

Viel besser ist, wenn der Bewerber erklären kann, was genau ihn an dem Beruf und dem Betrieb reizt und er möglichst auch eine Beziehung zu seinen privaten Hobbys und Interessen herstellen kann. Auch die Persönlichkeit des Bewerbers muss erkennbar sein. Der Arbeitgeber will schließlich wissen: Was ist das für ein Mensch? Passt der in meinen Betrieb?

Und dabei zählt nicht nur die fachliche Qualifikation. Arbeitgeber erwarten auch Kompetenzen wie Zuverlässigkeit und Leistungsbereitschaft. Der Hinweis auf die bevorzugten Sportarten kann da hilfreich sein. Wer regelmäßig im Verein trainiert, sollte das ruhig angeben. Schaden kann es nicht – und mit etwas Glück macht sich das Training so auf noch ganz andere Weise bezahlt.

Individualität in manchen Berufen erwünscht

Individualität und eine kreative Gestaltung der Bewerbung sind ebenfalls nicht unbedingt schlecht. Eine Bewerbung per Hand auf feuerrotem Papier mit grüner Tinte geschrieben? Warum eigentlich nicht, wenn es sich um einen kreativen Beruf handelt. Bei einer großen Bank dagegen landet so eine Bewerbung höchstwahrscheinlich im Papierkorb. Wichtig ist es, die eigene Kompetenz, Leistungsmotivation und Persönlichkeit herauszustellen. Das Ziel ist zunächst die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Der Bewerber muss zeigen, was er für den Ausbildungsplatz zu bieten hat. Viele scheitern da schon an der ersten Hürde. Personalchefs in Unternehmen bemängeln oft das mündliche und schriftliche Ausdrucksvermögen.

Doch obwohl der erste Eindruck der schriftlichen Bewerbung in den meisten Fällen entscheidend ist, geben viele Arbeitgeber dem Bewerber eine Chance, sein Können im Gespräch unter Beweis zu stellen. Wenn ein Bewerber top und vor allem motiviert ist, lässt das eine unglücklich gewählte Formulierung in der schriftlichen Bewerbung am Ende auch nicht mehr ganz so wichtig erscheinen. Dann werden kleinere Fehler verziehen.

Manche großen Firmen bekommen Bewerbungen fast nur noch online. Die Programme dafür seien effizient und hilfreich, meist müsse der Bewerber sein Profil über Eingabemasken übermitteln, wobei aber auch dort ein persönliches Anschreiben häufig Teil der Bewerbung sei.

Checkliste für Bewerbungsunterlagen

Die Bewerbungsunterlagen müssen vollständig und ordentlich sein. Am besten lässt sich das mit einer Checkliste überprüfen. Folgende Punkte sollten dabei beachtet werden:

Für das Anschreiben und den Lebenslauf wird weißes, unliniertes Papier in DIN A4-Format verwendet. Rechts und links bleibt ein Rand von 2,5 Zentimetern.

Das Passbild sollte vom Fotografen, nicht aus dem Automaten sein. Es wird am besten mit Fotoecken oben rechts auf dem Lebenslauf befestigt.

Von den Zeugnissen werden nur Kopien, keine Originale verschickt. Lebenslauf und Anschreiben sollten dagegen keine Kopien sein.

Datum und persönliche Angaben im Anschreiben und Lebenslauf müssen übereinstimmen.

Alle Unterlagen werden am besten in eine Bewerbungsmappe geheftet. Sie sollten jedenfalls nicht gelocht werden.

Vernünftig ist, von jedem Bewerbungsschreiben eine Kopie zu behalten, um beim Vorstellungsgespräch zu wissen, was darin stand.

Auf keinen Fall vergessen, auf dem Briefumschlag den Absender zu notieren.

Plan B für die Berufswahl

Nürnberg. Auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sollten sich Jugendliche zwei oder drei Alternativen zu ihrem Traumberuf zurechtlegen. Das empfehlen Experten der Bundesagentur für Arbeit. Es sei auch wichtig, sich frühzeitig zu kümmern. Denn junge Leute haben in Deutschland die Wahl zwischen mehr als 300 Ausbildungsberufen. Bekannt sind davon etwa zehn Prozent, schätzen die Fachleute. Wer handwerklich begabt sei, müsse nicht unbedingt Tischler werden, auch unbekanntere Berufe wie zum Beispiel der Wasserbauer könnten dann infrage kommen.

Es lohne sich also, sich schlauzumachen, was es alles gibt. Dazu kann man etwa zur Berufsberatung der Arbeitsagentur gehen oder sich online etwa unter www.planet-beruf.de informieren. Auch ein Selbsttest etwa beim Berufspsychologischen Service kann neue Perspektiven eröffnen.

Die Bewerbungsfristen sollte man im Blick behalten. Gerade wer sich bei einem großen Unternehmen bewerben will, sollte mehr als ein Jahr vorher anfangen, raten die Arbeitsmarkt-Experten.

Außerdem sollte man über die Rahmenbedingungen nachdenken, also über Fragen wie: Möchte ich in der Nähe seines Wohnortes bleiben? Welche Ausbildungsbetriebe gibt es dort? Wie groß soll der Ausbildungsbetrieb sein? Die Berufswahl ist keine leichte Entscheidung, und man muss schon einiges an Zeit investieren, so ein Rat für angehende Azubis.