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Nordkurier Ratgeber - Gesunde Ernährung
Essen wie im Dschungelcamp: Nudeln mit Mehlwurm gibt‘s jetzt auch im Supermarkt

So sieht sie aus, die fertige Mehlwurm-Pasta. Fazit: Kann man machen, muss man aber nicht. Fotos: Ingo Wagner, Christine Gerhard
So sieht sie aus, die fertige Mehlwurm-Pasta. Fazit: Kann man machen, muss man aber nicht. Fotos: Ingo Wagner, Christine Gerhard
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Als Nordkurier-Volontärin erlebt man ja viel, aber das hatte ich wirklich noch nie gesehen: In einem großen Discounter gab es ein Fertiggericht auf Insektenbasis für 2,99 Euro. Kann man ja mal probieren.

Pirschte sich an Insekten heran: Christine Gerhard
Pirschte sich an Insekten heran: Christine Gerhard

Von Christine Gerhard

Neubrandenburg.  Um 18.15 Uhr reicht der kleine Stapel in der Ecke der Discounterkühltruhe noch bis ganz oben, was auf eine gewisse, nachvollziehbare Skepsis der anderen Kunden hindeutet. Dabei sehen die Prognosen zur Nachfrage nach insektenhaltiger Nahrung recht gut aus: Das Marktforschungsunternehmen Meticulous sagt voraus, dass der Weltmarkt für wichtige Speiseinsekten bis 2023 auf etwa eine Milliarde Euro steigen wird.
   

Vielleicht wird das, was wir heute als „Ungeziefer“ kennen, sogar das Nahrungsmittel der Zukunft – immerhin müssen 2050 Schätzungen zufolge rund neun Milliarden Menschen ernährt werden. Noch dazu soll es eine bessere Klimabilanz als Fleisch haben und der perfekte Proteinlieferant schlechthin sein. Klingt alles gut und vernünftig, und jetzt steht da diese Mehlwurmpasta wirklich im roten Netto – da muss man sie dann ja zumindest mal probieren.

Das Angebot im Discounter ist denkbar niedrigschwellig, denn bei vielen, auch bei mir, lösen Insekten weiterhin Ekel aus: Die Mehlwürmer sind deshalb vermehlt und als Bandnudeln unkenntlich gemacht. Die Fertiggerichte gibt es in vier Geschmackssorten. Ich entscheide mich für die Thai-Curry-Variante, Schärfe verspricht willkommene Ablenkung.
          

Die braunen Punkte in den Nudeln kommen von den Mehlwürmern, die darin verarbeitet sind.
Die braunen Punkte in den Nudeln kommen von den Mehlwürmern, die darin verarbeitet sind.

40 Minuten Garzeit bleiben, um es mir anders zu überlegen, dann landen die Würmer aber tatsächlich auf dem Teller. Erkennbar sind die zehn Prozent Mehlwurmanteil im Pastateig nur an vereinzelten braunen Punkten. Der erste zaghafte Bissen schmeckt hauptsächlich scharf. Nachdem ich dann aber tapfer Soße und Gemüse von einer Nudel gekratzt habe, kommt tatsächlich die versprochene süße, fein-nussige Note heraus. Für ein Fertiggericht schmeckt die Komposition keinesfalls schlecht, doch es will mir den ganzen Teller lang nicht gelingen, das Kopfkino abzustellen, so leicht der Hersteller es mir auch macht. Das ist natürlich irrational, schließlich stelle ich mir beim Genuss eines Mettbrötchens auch keine Schweine in Massentierhaltung vor. Mehlwürmer müssen bei der Tötung angeblich nicht leiden: Wenn sie ausgewachsen sind, werden sie gekühlt und damit in eine natürliche Schlafphase überführt, aus der sie nicht mehr aufwachen. Anders als die Insekten überlebe ich die Pasta unbeschadet. In Sachen Hygiene bezweifelt Nils Grabowski vom Institut für Lebensmittelqualität der Tierärztlichen Hochschule Hannover nicht, dass die Insekten genauso sauber verarbeitet werden können wie andere Lebensmittel. Mir reicht es aber fürs Erste. Fazit, trotzdem: Die Insektenpasta ist ein geschmacklich solides Einsteigergericht für alle, die das Insektenkosten Überwindung kostet.


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