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Beruf & Karriere
Fernseher oder Fitnessstudio? Nach Feierabend richtig entspannen

Tief durchatmen: Wer sich entspannen will, muss dafür nicht unbedingt auf dem Sofa liegen. Foto: Christin Klose
Tief durchatmen: Wer sich entspannen will, muss dafür nicht unbedingt auf dem Sofa liegen. Foto: Christin Klose

Knapp acht Stunden arbeiten – und das jeden Tag: Daran müssen viele Azubis sich erst mal gewöhnen. Mit ein paar Tipps lässt sich Dauermüdigkeit der Ausbildungsstart entgegenwirken, wie Elena Zelle erläutert.

Berlin. Wer gerade frisch als Auszubildender in der Arbeitswelt gestartet ist, der hat meistens ein Problem: Er ist häufig müde und kaputt. Das sei am Anfang ganz normal, betont Anette Wahl-Wachendorf, Vizepräsidentin des Verbands der Betriebs- und Werksärzte. „Man muss sich erst einmal umgewöhnen, dass man knapp acht Stunden arbeitet - und das jeden Tag.“ Das braucht etwas Zeit. „Es ist die ersten Wochen und Monate vielleicht schwierig“, sagt Wahl-Wachendorf. „Es wird dann automatisch besser, man gewöhnt sich daran.“

Auszubildende sollten es unbedingt vermeiden, Arbeit aus der Firma mit nach Hause zu nehmen, die sie dann spät abends am Computer noch erledigen. Das sei meist auch wenig effektiv. Vielen Azubis fällt es ohnehin schwer, nach der Arbeit abzuschalten. So hat mehr als jeder Vierte (25,8 Prozent) häufig oder immer Probleme, sich in der Freizeit zu erholen, wie Umfragen ergaben.

Anette Wahl-Wachendorf hat weitere Tipps, wie Azubis sich richtig entspannen und möglichst fit durch den Arbeitstag kommen.

Sport treiben, statt vor dem Bildschirm zu sitzen

Jeder sollte neben der Arbeit Sport machen, empfiehlt Wahl-Wachendorf. „Sport entspannt.“ Und das gelte sowohl für Auszubildende, die vor allem am Schreibtisch sitzen als auch für Lehrlinge in einem handwerklichen Beruf. „Man belastet auch in einem körperlich anstrengenden Beruf muskulär immer einseitig“, erklärt sie. Ob Fußball, Radfahren oder Laufen: Am besten macht man das, was einem Spaß macht. Aber auch ein Ausdauersport als Ausgleich biete sich eigentlich immer an. „Die Ausdauer trainiert man selten im Job automatisch mit.“

Weg vom Bildschirm: Fernseher, Tablet oder Smartphone tragen eher nicht zur Entspannung bei. Im Gegenteil, sie stören sogar das Einschlafen, sagt Wahl-Wachendorf. „Gegen ein Nickerchen auf der Couch spricht aber nichts.“

Alkohol und fettes Essen besser meiden

Wer sich nach getaner Arbeit gerne noch ein Bierchen oder ein Glas Wein gönnt, sollte das besser lassen. „Mit Alkohol schläft man einfach schlechter“, sagt Wahl-Wachendorf. Auch mit dem richtigen Essen können Azubis der Dauermüdigkeit unter Umständen entgegenwirken: „Fettes Essen macht noch zusätzlich müde.“

Von den älteren Kollegen Strategien abgucken

Wichtig ist, neue Strategien zu entwickeln, um mit dem erhöhten Druck umzugehen. Dafür ist es hilfreich, ältere Kollegen zu beobachten. Darauf weist Julia Milchsack hin, Psychologin beim Tüv Rheinland. Wie gehen die mit schwierigen Situationen und Stress um?

Ist ein Mitarbeiter dabei, der besonders nett ist, kann man den nach seinen Strategien zum Stressabbau fragen. Vielen hilft es auch, sich mit anderen Auszubildenden auszutauschen. Auf jeden Fall sollten Schulabgänger darauf achten, dass sie weiter ihre Hobbys und ihre Freundschaften pflegen. Das hilft ihnen dabei, die Arbeit nach Feierabend hinter sich zu lassen und richtig abzuschalten.