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Frist läuft: Wann Sie den alten Führerschein umtauschen müssen

Der rosafarbene Papierführerschein ist bald Geschichte, weil alle Autofahrer den EU-Führerschein im Scheckkartenformat bekommen sollen. Foto: Andrea Warnecke
Der rosafarbene Papierführerschein ist bald Geschichte, weil alle Autofahrer den EU-Führerschein im Scheckkartenformat bekommen sollen. Foto: Andrea Warnecke

Von Claudius Lüder  

In den kommenden Jahren müssen über 43 Millionen Führerscheine umgetauscht werden. Die neuen EU-Lizenzen gibt es nicht kostenlos. Und: Nicht jede Fahrberechtigung wird automatisch übertragen.

Berlin/Köln. Wer heute noch mit einem grauen oder rosafarbenen Papierführerschein unterwegs ist, muss sich auf kurz oder lang von ihm trennen. Der Umtausch zum Scheckkartenformat ist Pflicht – für die einen früher, für die anderen später.

Hintergrund ist eine EU-Richtlinie, die Deutschland nun Stück für Stück umsetzt. Bis spätestens 19. Januar 2033 sind alle Führerscheine umzutauschen, die vor Mitte Januar 2013 ausgestellt wurden. Abhängig vom Geburtsjahr des Besitzers oder Ausstellungsjahr des Dokuments müssen viele Lappen schon eher eingetauscht werden.

Das betrifft unzählige Autofahrer: Es gehe um rund 15 Millionen Papierführerscheine aus der Zeit bis 1998 und weitere 28 Millionen Plastikkarten, die zwischen Januar 1999 und 2013 ausgestellt wurden, schätzt Gerrit Reichel vom Automobil-Club Verkehr (ACV). Mit dem Umtausch werden die alten Fahrklassen zu Grabe getragen.


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„Statt der alten Fahrerlaubnisklasse 3 hat der Führerscheininhaber zukünftig die Pkw-Klassen B, BE, C1, C1E, M, und L auf seiner Karte stehen“, erläutert Jürgen Kopp von der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände. „Hat er die Prüfung vor dem 1. April 1980 gemacht, kommen auch noch die Zweiradklassen A1 und AM dazu.“ Niemand muss laut Kopp aber befürchten, durch den Umtausch seine Fahrerlaubnis zu verlieren. Dies sei rechtlich gar nichtmöglich.

Allerdings werden Fahrberechtigungen, die per Antrag erteilt werden, nicht automatisch auf den neuen EU-Führerschein übertragen. Besitzer eines alten 3er-Führerscheins zum Beispiel konnten über den Zusatz CE 79 Lastzüge mit einer zulässigen Gesamtmasse von bis zu 18,5 Tonnen fahren. „Diese Fahrberechtigung gibt es beim Umtausch nur auf gesonderten Antrag. Ab dem 50. Lebensjahr ist hierzu außerdem eine Gesundheitsuntersuchung notwendig“, erklärt Kopp.

Für den Umtausch sind ein biometrisches Passfoto, der aktuelle Führerschein sowie der Personalausweis oder der Reisepass notwendig.

Der neue EU-Führerschein ist im Gegensatz zu den bisherigen nicht mehr unbegrenzt gültig. Nach 15 Jahren muss das ausgestellte Dokument erneuert werden. Auch das neue Dokument wird dann laut ADAC wieder ohne Prüfung und Gesundheitsuntersuchung ausgestellt.

Kritik ruft hervor, dass der Umtausch des Führerscheins nicht kostenlos ist. „Die 25 Euro sind einer von mehreren unerfreulichen Aspekten bei diesem Zwangsumtausch“, moniert ACV-Mann Reichel. Wer den Umtauschtermin verstreichen lässt und bei einer anschließenden Kontrolle keinen neuen EU-Führerschein vorzeigen kann, riskiere nach jetzigem Stand ein Verwarngeld in Höhe von zehn Euro, erklärt Verkehrsrechtlerin Daniela Mielchen aus Hamburg. Eine Aufforderung per Post zum Umtausch wird es laut ADAC nicht geben. Jeder Autofahrer ist selbst gefordert, sich darum zu kümmern.
           

Alle Termine auf einen Blick

Für Führerscheine, die bis Ende 1998 ausgestellt wurden, ist das Geburtsjahr für den Umtauschmaßgeblich:

Geburtsjahr - Umtausch bis
vor 1953 - 19.1.2033
1953–1958 - 19.1 2022
1959–1964 - 19.1.2023
1965–1970 - 19.1.2024
1971 o. später - 19.1.2025

Ab 1999 gilt das Ausstellungsjahr:

Ausgestellt - Umtausch bis
1999–2001 - 19.1.2026
2002–2004 - 19.1.2027
2005–2007 - 19.1.2028
2008 - 19.1.2029
2009 - 19.1.2030
2010 - 19.1.2031
2011 - 19.1.2032
2012–18.1.2013 - 19.1.2033

Auto kann ab Oktober online zugelassen werden

Berlin. Ab 1. Oktober können Fahrzeughalter Autos und Motorräder auch von zu Hause aus anmelden. „Zur Identifizierung ist ein Personalausweis mit Onlinefunktion notwendig. Daneben wird ein Lesegerät oder ein Smartphone mit NFC-Chip zur drahtlosen Übertragung der Daten benötigt“, erklärt Thomas Schuster von der Sachverständigenorganisation KÜS. Die KÜS ist Partner des Projekts, mit dem das Bundesverkehrsministerium seit 2015 die Fahrzeugzulassung schrittweise digitalisieren will. Im Onlineportal der Behörde identifiziert der Fahrzeughalter sich mittels Personalausweis samt PIN und Kartenlesegerät oder via Ausweis-App . Dann muss im Zulassungsbescheinigung Teil II, früher Fahrzeugbrief genannt, der Sicherheitscode freigelegt werden. In die Auftragsmaske im Portal trägt man nun alle nötigen Daten ein – etwa Fahrzeug- Identifizierungsnummer (FIN), Sicherheitscode, Datum der Hauptuntersuchung, eVB-Nummer der Versicherung (elektronische Versicherungsbestätigung) und IBAN des Halters. Dann wählt man ein freies oder ein Wunschkennzeichen. Die Daten werden vom System gecheckt, danach zahlt man und ein Sachbearbeiter schickt anschließend die Zulassungsbescheinigung Teil I und II sowie die Plaketten für die Kennzeichen per Post.