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Lehrstellen Kurier
Für Einstieg und Aufstieg

Wie finde ich meinen Traumjob? Wo kann ich mit meiner Arbeit gutes Geld verdienen? Trends auf dem Ausbildungsmarkt und Tipps für die Bewerbung um eine Lehrstelle hat Marina Spreemann zusammengestellt.


Eine Schlüsselrolle in der Lehre

Ausbildende Fachkräfte spielen eine zentrale Rolle, wenn es um eine gelungene Betreuung von Azubis im Betrieb geht. Foto: C. Klose
Ausbildende Fachkräfte spielen eine zentrale Rolle, wenn es um eine gelungene Betreuung von Azubis im Betrieb geht. Foto: C. Klose

Darmstadt. Damit sich Auszubildende im Betrieb gut betreut fühlen, sollte es nach Möglichkeit in jedem ausbildenden Unternehmensbereich einen Ausbildungsbeauftragten geben. Das erklärt Gabriele Weingärtner, Geschäftsführerin der Ausbilder-Akademie.

Diese ausbildenden Fachkräfte hätten eine Schlüsselrolle im Unternehmen, so die Expertin. Sie sei vergleichbar mit der eines Key-Account-Managers, der sich um die Bedürfnisse und die Unterstützung wichtiger Kunden kümmert.

Ausbildungsbeauftragte sollten den Nachwuchs dabei unterstützen, eine eigenständige Arbeitsweise zu erlangen. Entscheidend sei deshalb, dass die besten Personen eines Teams diese anspruchsvolle Aufgabe übernehmen. Gleichzeitig brauchen die Fachkräfte selbst entsprechenden Rückhalt aus der Führungsetage sowie Möglichkeiten, sich in ihrer Rolle weiterzuqualifizieren.

Hintergrund: In der Regel gibt es in ausbildenden Betrieben einen oder mehrere offizielle Ausbilder, die eine Ausbildereignungsprüfung absolviert haben. Darüber hinaus wirken oft auch andere Personen an der Ausbildung mit. Sie werden Ausbildungsbeauftragte oder ausbildende Fachkräfte genannt und haben meist selbst keinen Ausbilderschein.


Kein blindes Vertrauen bei Online-Tests

Nürnberg. Welcher Ausbildungsberuf ist der beste für mich? Wer zu dieser Frage Rat im Internet sucht, stößt auf zahlreiche Tests und Entscheidungshilfen. Grundsätzlich sei jedes Angebot hilfreich, das dazu anregt, über die eigene berufliche Zukunft nachzudenken, heißt es auf dem Portal „abi.de“ der Bundesagentur für Arbeit. Berufsberaterin Petra Nönninger rät aber darauf zu achten, ob ein Angebot auch neutral ist. Bei staatlichen Einrichtungen und Institutionen sei man auf der sicheren Seite. Andernfalls können auch unternehmerische Interessen dahinterstehen. Prinzipiell eignen sich Onlineangebote für einen ersten Überblick. Um die Ergebnisse und Vorschläge solcher Interessenstests besser einordnen zu können, sollten Jugendliche ein Gespräch bei der Berufsberatung vereinbaren.


Vorschlag: Bei Eltern mitversichern

Bremen. Auszubildende sollten aus Sicht des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) wie Studenten bis zum 25. Lebensjahr über ihre Eltern beitragsfrei mit krankenversichert werden können. „Das wäre eine weitere Entlastung für die jungen Menschen und auch die Betriebe“, sagte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke. Ein solcher Schritt würde zudem ein Zeichen von Wertschätzung für die betriebliche Ausbildung bedeuten.

Laut Schwannecke sind viele Ausbildungsplätze unbesetzt. Das liege aber daran, dass die Betriebe und die jungen Menschen oft nicht zueinanderfänden. Das Handwerk setze deshalb nun verstärkt auf digitale Formate, damit möglichst viele Ausbildungsplätze besetzt werden könnten, besonders in der Zeit der Corona-Pandemie.


Stärken im Job ausbauen

Hamburg. Zufriedenheit im Job hängt nicht davon ab, seine eine herausragende Stärke zu kennen. Das erklärt Psychologin Svenja Hofert. Denn auch wenn jemand seine Stärke kennt, können im Joballtag Schwierigkeiten auftreten. Wer zu sehr darauf vertraut, alles dadurch lösen zu können, kann schnell verunsichert werden. Immer neue Fertigkeiten und Skills anzuhäufen, ist aber auch nicht der richtige Weg. Die Expertin rät, Stärken im Laufe des Berufslebens weiter auszubauen. Hofert erläutert das anhand einer Person, die kreativ ist und ihre Stärke im Marketing auslebt. Diese Person könne etwa Kampagnen für ein soziales Unternehmen entwickeln und so Kreativität mit Werten wie Gerechtigkeit verknüpfen.


Zusätzliche Kurse lohnen sich für Azubis

Bonn. Es lohnt sich, während der Ausbildung sogenannte Zusatzqualifikationen zu erwerben. Dadurch verbessern sich für Absolventen einer dualen Ausbildung auf jeden Fall die Karrierechancen, erklären Fachleute vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).

Bei einer Zusatzqualifikation kann es sich um verschiedene Kurse oder Prüfungen handeln. Auszubildende lernen darin Dinge, die über ihren regulären Ausbildungsplan hinausgehen. Es gibt Angebote, die sich spezifisch auf einen Beruf beziehen, zum Beispiel die Ausbildung am Großbagger für angehende Maurer. Daneben können Auszubildende aber auch Zusatzqualifikationen wählen, in denen sie übergreifende Kompetenzen vermittelt bekommen. Vorstellbar ist etwa ein Kurs in Business-Englisch, der sich besonders für angehende Kaufleute im Großhandel lohnt.

Mit einer Zusatzqualifikation können Azubis laut BIBB nachweisen, dass sie ihre beruflichen Kompetenzen vertieft oder sich bereits auf einen Fortbildungsabschluss vorbereitet haben. Das werte den Berufsabschluss auf und erleichtere womöglich sogar den Einstieg in den Arbeitsmarkt, meinen die Experten.

In der Datenbank AusbildungPlus des BIBB können sich interessierte Jugendliche einen Überblick verschaffen und auch nach passenden Angeboten in ihrer Region suchen.


Vertrauter kann helfen

Manchmal hakt es in der Ausbildung.                    Foto: Christin Klose
Manchmal hakt es in der Ausbildung.                    Foto: Christin Klose

Nürnberg. Wenn es in der Ausbildung mal nicht so optimal läuft, sollten Azubis zunächst den Ursachen des Problems auf den Grund gehen. Außerdem gilt es, die Schwierigkeiten nicht zu verschweigen oder gar alles hinzuwerfen, erklärt die Bundesagentur für Arbeit.

Besser sollte man sich erst mal darüber klar werden, wo es hakt. Vielleicht passen die Aufgaben im Betrieb nicht zum Lehrplan – oder es gibt in der Berufsschule Ärger mit anderen Auszubildenden. Das findet man am besten heraus, wenn man sich jemandem aus dem Freundeskreis oder aus der Familie anvertraut.

Im nächsten Schritt kann man sich an den richtigen Ansprechpartner im Job wenden. So können Azubis Kollegen erklären, warum sie sich mit einer Aufgabe nicht wohlfühlen. In der Regel ist auch der Ausbilder ein guter Ansprechpartner für Probleme im Betrieb.

Wem das zu heikel ist, der kann zunächst die Beratungslehrkräfte oder Sozialpädagogen der Berufsschulen fragen. Sie wissen, was von Azubis gefordert werden darf und wer weiterhelfen kann.


Lernen: Spiel statt Wettkampf

Um Kind und Lehre unter einen Hut zu bringen, kann eine Ausbildung mit reduzierter Stundenanzahl eine Möglichkeit sein. Foto: Silvia Marks/Archiv
Um Kind und Lehre unter einen Hut zu bringen, kann eine Ausbildung mit reduzierter Stundenanzahl eine Möglichkeit sein. Foto: Silvia Marks/Archiv

Freiburg. Nur Wenige bringen regelmäßig die Motivation auf, etwas Neues zu lernen. Leichter fällt das Lernen, wenn es quasi nebenbei im Spiel erfolgt. Wichtig ist aber, dass die Lerninfrastruktur stimmt, erklärt Gamification-Experte Roman Rackwitz. Er empfiehlt zum Beispiel, auf persönlichen Fortschritt anstatt auf Wettkampf zu setzen. Um spielerisches Lernen am Arbeitsplatz zu fördern, müssten Aktivitäten so gestaltet werden, dass die Lernenden selbst merken, wie sie nach und nach besser werden. Das macht das Lernen an sich attraktiv. Wer dagegen nur um des Wettbewerbs willen lernt, für den bleibt die Tätigkeit an sich womöglich immer noch unattraktiv.

Daneben ist es dem Experten zufolge gut, immer wieder verschiedene Spielmechanismen zu nutzen. Vielleicht bevorzugen Beschäftigte an einem Tag eher strategische Herausforderungen, dann wieder Lernvideos oder ein Quiz. Sobald es eintönig wird, stellt sich schnell Unlust ein. Die Lerninfrastruktur sollte idealerweise die verschiedenen Stimmungen des Menschen berücksichtigen.