Anzeige

Beruf & Karriere
Für Einstieg und Aufstieg

So habe ich mir das nicht gedacht! Junge Leute sollen mehr Einblicke bekommen, um Fehlstarts zu vermeiden. Foto: © RioPatuca Images - Fotolia.com
So habe ich mir das nicht gedacht! Junge Leute sollen mehr Einblicke bekommen, um Fehlstarts zu vermeiden. Foto: © RioPatuca Images - Fotolia.com
Diakonie Klinikum Dietrich Bonhoeffer GmbH

Falsche Vorstellung von der Arbeit

Wie finde ich meinen Traumjob? Wo kann ich mit meiner Arbeit gutes Geld verdienen? Trends auf dem Ausbildungsmarkt und Tipps für die Bewerbung hat Marina Spreemann zusammengestellt.Falsche Vorstellung von der Arbeit

Neubrandenburg. Schulabgänger in Mecklenburg-Vorpommern haben laut einer Umfrage der Neubrandenburger IHK nach wie vor oft falsche Vorstellungen vom Ausbildungsberuf. Das sei für 80 Prozent der Betriebe weiter das größte Hemmnis und der Grund für Lehrabbrüche, sagte Kammerpräsident Wolfgang Blank in Neubrandenburg. Ein Koch koche eben nicht nur. Im Nordosten brechen Untersuchungen zufolge bis zu einem Drittel der Lehrlinge ihre erste Ausbildung ab, was überproportional viel sei.

Um solche „Fehlstarts“ zu vermeiden, wollen Schulen und Firmen bei der frühen Berufsorientierung viel enger zusammenarbeiten. „Die Firmen werden unter anderem Lehrerpraktika anbieten“, sagte Blank. Die 25 000 Kammer- Unternehmen hätten zudem eine Initiative gestartet, wie Berufe praktischer erlebbarer gemacht werden. Hans-Heinrich Lappat vom Schweriner Bildungsministerium kündigte an, dass die bisherigen Schülerpraktika um ein Sozialpraktikum erweitert werden sollen.

Wie wichtig der Berufsnachwuchs allein an der Mecklenburgischen Seenplatte im Zuge des demografischen Wandels wird, erklärte der Leiter der Arbeitsagentur Neubrandenburg, Thomas Besse. So gehe bei den Firmen bis 2028 etwa ein Viertel der rund 95 000 Beschäftigten in den Ruhestand. Etwa 18 000 Stellen könnten dann – ohne Fachleute und Nachwuchs von außerhalb – nicht mehr besetzt werden.


Richtige Reaktion auf Kritik im Job

Hamburg. Wer als Azubi negatives Feedback von seinem Chef oder den Kollegen erhält, der sollte bei Vertrauten nachfragen, ob sie die Beobachtungen bestätigen können. Das rät die Organisationspsychologin und Autorin Tasha Eurich.

Dieses Verhalten helfe dabei, die Kritik besser zu verstehen und sich ein genaueres Bild davon zu machen, wie das eigene Verhalten auf andere wirkt. Der Psychologin zufolge können Berufstätige nur dann angemessen auf Feedback reagieren. Sie empfiehlt also: sich Zeit nehmen und am besten bei mehreren vertrauten Personen eine ehrliche Meinung einholen.

Der Vorteil: Der Kritisierte bekomme mehr Details davon, warum er einen bestimmten Eindruck bei anderen erweckt.

Damit der Azubi etwas aus dem Gespräch mit dem Chef oder Kollegen lernt, ist es wichtig, ihm die Rückmeldung zeitnah zu einem Ereignis zu geben und sich konkret auf eine Situation oder messbare Ereignisse zu beziehen. Das Gespräch kann mit einem klaren Wunsch enden – das gibt Orientierung.


Gefragte Berufe im Einzelhandel

Nürnberg. Jugendliche, die auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind, werden im Einzelhandel fündig. Darauf weist das Portal Planet-Beruf.de der Bundesarbeitsagentur unter Berufung auf den Handelsverband Deutschland (HDE) hin. Hintergrund: Die Einzelhandelsunternehmen haben ihr Ausbildungsangebot im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aufgestockt.

Eine Ausbildung im Einzelhandel sei zwar bei Bewerbern sehr beliebt, es gebe dennoch immer unbesetzte Plätze. Es gibt im Handel Stellen für die dreijährige Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel sowie für die zweijährige Ausbildung zum Verkäufer.

Planet-Beruf.de weist außerdem darauf hin, dass es seit August auch einen neuen Ausbildungsberuf im Einzelhandel gibt: Kaufmann im E-Commerce.


Ideen-Check beim HandwerkIdeen-Check beim Handwerk

Berlin. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks hat mit dem Whatsapp-Berufe-Checker ein neues Informationsangebot für Jugendliche und Schulabgänger gestartet.

Der Berufe-Checker ist ein Chatbot, der Jugendlichen bei der Berufsorientierung helfen soll. Dazu stellt er den Jugendlichen fünf Fragen zu ihren Interessen und Vorlieben beim Arbeiten. Zum Beispiel: Im Team oder alleine? Indoor oder Outdoor? Die Antworten können die Jugendlichen über den Messenger- Dienst versenden. In der Auswertung erhalten Nutzer fünf zu ihren Antworten passende Berufsprofile.

Weitere Informationen zu den Berufen können Jugendliche dann über entsprechende Links auf handwerk.de abrufen. Für das kostenfreie Informationsangebot kann man sich auf handwerk.de/WhatsApp anmelden.


Mehr Geld als Belohnung

Berlin. Wenn es um Belohnungen vom Chef geht, wählen Angestellte lieber mehr Geld als weniger Arbeit. Das hat das Marktforschungsinstitut Appinio in einer Umfrage herausgefunden. Besonders für Jüngere ist Bargeld attraktiv: Fast jeder Zweite (44,5 Prozent) der 18- bis 24-Jährigen wählte die Option, 100 Euro mehr im Monat zu verdienen. Über alle Altersklassen hinweg waren es etwa vier von zehn Befragten (39,8 Prozent). Nach dem Bargeld wählte gut jeder Fünfte einen Dienstwagen als Belohnungsoption. Knapp dahinter landete die Möglichkeit (19,6 Prozent), in der Woche zwei Stunden weniger arbeiten zu müssen.


Azubi-Casting im Zug

Mit neuer Technik werden Jobs vorgestellt. Foto: Boris Roessler
Mit neuer Technik werden Jobs vorgestellt. Foto: Boris Roessler

Hamburg. Bei der Besetzung von etwa 525 freien Stellen allein in Hamburg setzt die Deutsche Bahn auf neue Ideen und Aktionen. Im Norden werden unter anderem Elektroniker, Lokführer und Fahrdienstleiter gesucht. Bei Aktionen unter dem Motto „Vom Bewerber zum Mitarbeiter an einem Tag“ können Interessierte zum Beispiel beim Elektroniker-Casting von sich überzeugen und Einblicke in das Unternehmen gewinnen. „Diejenigen, die gut zu uns passen, erhalten dann auch gleich vor Ort eine Einstellungszusage“, sagte Xenia von Harrach, Personalleiterin in Hamburg. Bundesweit wollte die Bahn 2018 rund 19 000 neue Mitarbeiter einstellen.

Mit einem Casting für künftige Auszubildende hat die Deutsche Bahn am Frankfurter Hauptbahnhof um Nachwuchs geworben. Unter anderem ging es darum, neue Lokführer für die S-Bahn Rhein-Main zu gewinnen. Das Casting fand in zwei S-Bahn-Zügen statt. Mit Virtual-Reality-Brillen hat die Bahn Interessierten dort einen Einblick in verschiedene mögliche Berufe geboten.


Fallstricke lauern im Betrieb

Berlin. Die Ausbildung beginnt, der Tatendrang ist groß. Doch gerade auf den ersten Metern der Azubi-Laufbahn lauern Fallstricke. Zwei Beispiele.

Zu spät im Betrieb: Das ist der Klassiker unter den Fehlstarts, sagt Ausbildungsberaterin Katharina Schumann von der Handwerkskammer Berlin: „Ich sollte abklären, wie lange der Weg zur Arbeit dauert, und entsprechend planen.“ Wichtig ist dabei auch die Frage, wo man überhaupt hin muss: Zum Betrieb, zur Filiale, direkt zur Baustelle? Gerade wenn die Unterschrift unter den Ausbildungsvertrag schon ein paar Wochen alt ist, lohnt sich für solche Fragen ein Anruf im Betrieb, etwa eine Woche vor dem Start.

Falsche Anrede: Jeder Betrieb ist anders – und damit auch der Tonfall unter Kollegen und gegenüber dem Azubi. „Im Handwerk duzen sich oft alle, in großen Unternehmen kann das aber ganz anders aussehen“, sagt Schumann. Hier sollten Neulinge also erst einmal zurückhaltend sein und genau hinhören.