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Beruf & Karriere
Genau hinhören – und nur ausnahmsweise flunkern 

Marina Spreemann meint: 

Was willst du denn eigentlich mal werden? Diese Frage von Oma, Tante, Nachbarin - ja, fast nur Frauen sind so neugierig - gehört in einem bestimmten Lebensalter zu den Gräueln des Alltags. Nur noch zu toppen von Zahnspange, Pubertätspickeln und der Frage: Hast du denn schon einen Freund/eine Freundin? Ja, die Älteren grinsen darüber vielleicht ein bisschen. Aber wenn man das ständig zu hören bekommt, nervt es nur noch. Das ist schon verständlich.

Doch - mal ganz ehrlich - vielleicht kann man aus so einer Frage sogar als junger Mensch einen Nutzen ziehen. Wer weiß denn schon alles über alle möglichen Berufe? Keiner. Schließlich gibt es um die 325 Ausbildungsberufe in Deutschland. Wenn man sich da für einen entscheiden soll, muss man schon ein bisschen mehr wissen. Sonst wollen am Ende alle wieder nur Verkäufer, Friseurin oder Automechaniker werden. Und das ist auf die Dauer ja auch irgendwie langweilig.

ENERTRAG


Also, wer - gefühlt doof - gefragt wird, kann doch den Spieß einfach mal umdrehen. So nach dem Motto: Nee, ich weiß noch nicht, was ich werden will. Aber was haben Sie/hast Du denn früher mal gelernt? Was für Berufe gibt es in Ihrem/Deinem alten Betrieb? Und wer dann so richtig ins Reden gerät, gibt auch viele, viele Informationen weiter. Schüler, die dabei aufmerksam zuhören, können auf eine Menge Ideen kommen. Vielleicht sind ja solche Berufe wie Ofen- und Luftheizungsbauer oder Drogistin genauso spannend wie Automechaniker oder Friseurin? Nur dass sie kaum einer kennt.

Foto: © Trueffelpix - Fotolia.com
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Da stimmt der alte Spruch, dass es keine dummen Fragen gibt, wieder irgendwie. Na gut, bis auf die eine. Genau, die nach dem Freund oder der Freundin. Aber bei dieser Frage ist dann auch Flunkern ausnahmsweise erlaubt. Schließlich muss Tantchen ja nicht alles wissen.

Kontakt zur Autorin
m.spreemann@nordkurier.de