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Beruf & Karriere
Wenn der Holzweg doch mal ganz genau der richtige ist

Robert Raude (rechts) studiert Bauingenieurwesen und arbeitet nebenbei bei Holzbau Potts, und Ricardo Krüger (links) ist ausgebildeter Zimmermann. Foto: Johanna Horak
Robert Raude (rechts) studiert Bauingenieurwesen und arbeitet nebenbei bei Holzbau Potts, und Ricardo Krüger (links) ist ausgebildeter Zimmermann. Foto: Johanna Horak
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Handwerksberufe kommen nicht aus der Mode. Wer gern mit Holz arbeitet und Interesse am Handwerk hat, für den kommt eine Ausbildung als Zimmerer infrage.

Von Johanna Horak

Wolde. Laut kreischend frisst sich die Säge Millimeter für Millimeter durch ein dickes Stück Holz. Feiner Staub wirbelt durch die Luft, Späne rieseln zu Boden. Hier, bei der Firma Holzbau Potts in Wolde, entstehen gerade Teile eines neuen Blockhauses. Auf den 10000 Quadratmetern des Betriebs wird aber noch mehr hergestellt. Zum Beispiel Dachstühle, Fachwerk, Nagelplattenbinder, Holzrahmen und Carports.

„Holzbau Potts ist ein reiner Produktionsbetrieb“, sagt Ricardo Krüger. Das heiße, die Zimmerleute seien wenig auf Baustellen, sondern vorrangig im Betrieb, erklärt er weiter. Krüger hat seine dreijährige Ausbildung zum Zimmermann in dem Familienbetrieb in Wolde absolviert. Nach seiner Ausbildung hat er sich noch weitergebildet. Nun ist er technischer Arbeitsvorbereiter und arbeitet vor allem im Büro.

Die Arbeit mit Holz findet er deshalb so interessant, weil es „ein hochmodernes, innovatives und vielseitiges Material ist“, sagt Krüger. Welche die wichtigste Voraussetzung ist, um eine Ausbildung als Zimmermann anzufangen, liegt für ihn auf der Hand: „Interesse am Handwerk und Spaß an der Arbeit mit Holz.“ Ebenfalls nützlich seien Geschicklich- und Höhentauglichkeit, ergänzt er. Die schulischen Anforderungen an die künftigen Azubis sind eine gute mittlere Reife, hierzu zählt ein Abschluss bis zur Durchschnittsnote drei, und eine gute Note in Mathe.

Auf der Walz sammeln Gesellen neue Erfahrungen

Foto: © 3Dmask - Fotolia.com
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Die Ausbildung zum Zimmerer dauert drei Jahre. Sie unterteilt sich in Blöcke von Theorie und Praxis, die immer im Wechsel stattfinden. Die ersten beiden Jahre seien, so Krüger, etwas theorielastiger als das dritte, da sei man vor allem im Betrieb.

Abgeschlossen wird die Ausbildung zum Zimmerer mit einer Gesellenprüfung bei der Handwerkskammer. Wer möchte, kann danach auf Wanderschaft gehen, im Volksmund bekannt als Walz. Ziel der ein- bis dreijährigen Reise: neue Arbeitspraktiken lernen, fremde Orte, Menschen, Regionen, wer will sogar Länder entdecken und so ganz nebenbei Lebenserfahrung sammeln. Die Route der Reise ist frei wählbar, die Bedingung: Der Geselle darf seinem Heimatort nicht näher als 50 Kilometer kommen.

Für das kommende Ausbildungsjahr habe die Firma bisher zwei Auszubildende, so Krüger. Früher seien es mehr gewesen, um die zehn, erinnert er sich. Dabei sei sogar die Übernahme-Chance bei Potts recht hoch. Auch das Gehalt der Auszubildenden kann sich sehen lassen, im ersten Jahr verdienen sie 705 Euro, im dritten 1139 Euro.

Kontakt zur Autorin
j.horak@nordkurier.de